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 JAHRHUNDERTE

 DER DUNKELHEIT

 Der Verfall

 der Kirche

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JAHRHUNDERTE DER DUNKELHEIT

 Der Verfall der Kirche

Im vierten Abschnitt erleben wir die lange Phase des Verfalls, die seit dem 14. Jahrhundert die Schönheit der Geburtskirche verdunkelt.

Aus Schilderungen der Pilger erfahren wir, wie die Marmorverkleidungen an den Wänden fast gänzlich herausgerissen wurden, die Mosaiken herunterfielen und das Dach allmählich immer baufälliger wurde. Der kritische Zustand der Kirche war auch Ausdruck der im Jahr 1852 begonnenen religiösen Spannungen bei der Schaffung des Status Quo, einem Erlass des Sultans von Konstantinopel, das minutiös Modalitäten, Rituale und Zugehörigkeiten der drei christlichen Orden aufführte, die seit jeher an diesem heiligen Ort walten: Griechisch-Orthodoxe, franziskanische Katholiken und die armenische Kirche.

So gelangte die Kirche zu uns ins 3. Jahrtausend in katastrophaler Verfassung.

„Das Gotteshaus erinnerte an einen leeren Getreidespeicher, eine Apotheke ohne Tiegel, eine Bibliothek ohne Bücher. Tauben und Spatzen flogen durch die Löcher im Dach der Kirche ein und aus, was sie übrigens immer noch tun.“

Padre Felix Faber, 1480-1483